Meine Hintergründe zur Ernährungsumstellung

Auf den Tag genau ist es nun 2 Jahre her, dass ich mit der Ernährungsumstellung gestartet habe und ich dachte das wäre eigentlich der perfekte Zeitpunkt mich einmal vorzustellen: Ich bin Diana, 28 Jahre und lebe seit über 5 Jahren in Nürnberg. Und das ist meine Geschichte:

Ich bin ein sehr bequemer Mensch, das war ich früher und bin es heute. Aber grundsätzlich galt beim Essen, wenn ich Lust auf eine Pizza hatte dann habe ich es mir bestellt. Wenn ich Süßigkeiten wollte habe ich halt Süßigkeiten gegessen. Ich war eigentlich auch schon immer Übergewichtig, aber ich habe mich trotzdem wohl gefühlt. Daher war es mir auch immer scheißegal was andere denken.

Aber wie kam es dann zum Umdenken?

Ich hatte im März 2014 eine Hautkrankheit mit der ich schon ein Vierteljahr gekämpft hatte. Der erste Hautarzt den ich konsultiert habe, hatte mir allerdings immer nur Cortison aufgeschrieben. Statt besser wurde es aber immer wieder schlechter. Also habe ich den Hautarzt gewechselt der mich daraufhin gleich ins Krankenhaus geschickt hat. Dort waren sie doch etwas ratlos und haben mit mir etliche Tests gemacht. Da kam dann aufeinmal heraus dass ich Diabetes haben soll. Das war natürlich ein Schock. Diabetes war bis zu dem Zeitpunkt die „Altherren“-Krankheit und war für mich noch sehr weit weg.

Aber nun musste ich mich damit befassen und die Ärzte mussten sich auch etwas anderes einfallen lassen, da das Cortison meinen Blutzuckerspiegel nur immer weiter nachoben gejagt hat.

Es war schon ein sehr komisches Gefühl morgens geweckt zu werden und erstmal eine Nadel in den Finger zu bekommen um zu checken wie meine Werte sind…

Ich hatte im Krankenhaus über eine Woche ausgiebig Zeit um mich mit dem Thema zu beschäftigen. Man hat mich auch zu einem Ernährungswissenschaftler geschickt der mir meine Fragen zum Thema essen erklärt hat.

Er hat mich über die BE-Einheiten (Broteinheiten), die Lebensmittel die geeignet sind und was ich besser meiden sollte aufgeklärt und wie ich es so schaffe ein einigermaßen normales Leben zu führen. Er hat auch meine ungewöhnlichen Fragen wie: Wie komm ich auf einem Festival über die runden oder wie sieht es mit Alkohol aus beantwortet.

So in der Kurzform: Von Festivals hatte er keine Ahnung. Und beim Thema Alkohol hat er mir erklärt, dass klarer Schnaps wie Rum, Wodka und Whisky kein Problem sei, aber dass ich bei Bier aufpassen muss und es in die „BE-Statistik“ mit einbauen muss. Für mich als Schnaps-Trinker also alles kein Problem. Im Gegenteil, ich soll dann schauen, dass mein Blutzuckerspiegel nicht zu tief sinkt. 🙂

Natürlich kam ich dann mit Broschüren zurück auf mein Zimmer. Und mit meiner Einwilligung wurde das Essen auf die Broteinheiten angepasst. Ich muss gestehen, ich hab soviel Obst als Zwischenmahlzeit bekommen, dass ich garnicht mehr wusste wohin damit. Aufeinmal war alles anders.

Ich habe viel gelesen und war dennoch verwundert, dass ich als Diabetiker noch Schäufele mit Kloß auf dem Speiseplan hatte. Ich dachte ja ich sei auf Diät.

Als ich aus dem Krankenhaus draußen war hab ich erstmal meine BE-Tabelle immer mit mir rumgetragen. Beim Einkaufen habe ich immer geschaut was ich wie essen kann. Zur Hilfe habe ich mir dann auch Diabetiker-Kochbücher gekauft. Die Rezepte waren super und sie haben mir geholfen meinen Plan zu machen.

In den Büchern gab es auch Gerichte mit Nudeln, aber die Portionen waren dementsprechend klein. Da mich das nicht befriedigt hat, da ich einfach vieeeel zu gerne esse, habe ich beschlossen mehr vom „Anderen“ zu kochen. Bis zu dato war ich kein sonderlich großer Gemüsemensch. Aber ich habe mir gedacht irgendwie bekomm ich das schon lecker hin. So hab ich angefangen zu experimentieren. Das ging auch verblüffend einfach… wenn mir das einer vorher erzählt hätte, hätte ich ihm nicht geglaubt.

Ich bin dann also automatisch und immer weiter in die Low-Carb-Schiene gerutscht. Denn wie sage ich so gerne: „Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen“. Darum habe ich mich in Foren angemeldet, viel gelesen und ausprobiert. So ist dann nach einer Weile auch dieser Blog hier entstanden. Es wurde einfach alles zur normalität. 🙂

Ich lebe mit der Ernährungsumstellung sehr gut, auch wenn ich nun das Meiste einfach selber von grund auf zubereiten muss. Zuende ist die Zeit der Fertiggerichte, wenn es wieder sehr stressig ist denke ich mir schon… hachja früher war alles einfacher, dann gab es auch mal eine Tiefkühlpizza oder wenn wir Essen gegangen sind, war das kein Problem ich habe einfach bestellt was mir geschmeckt hat… Wenn wir etwas Trinken waren, gab es für mich einen süßen Frucht-Cocktail. Oder wenn Kollegen einen Kuchen dabei hatten, habe ich zugegriffen.

Jetzt ist das alles immer etwas anders. Vor dem Essen gehen studiere ich die Speisekarte auf der Webseite. Für Italiener oder Asiaten sage ich im regelfall ab. Beim Cocktail-Trinken gibt es nur noch Rum mit Cola light. Je nachdem wie gut ich den Barkeeper kenne, sage ich ihm auch, dass ich gerne einen Caipi ohne Zucker hätte. Und beim Kuchen auf der Arbeit lehne ich meistens ab.

Wie meistens?

Ja, ihr hört richtig. Es soll ganz selten vorkommen, dass ich ein kleines Stückchen esse. Das hat meistens etwas damit zu tun, dass es logischerweise ein wirklich guter Kuchen ist oder/und sich die Person einfach unheimlich viel mühe gegeben hat und ich der Person nicht vor den Kopf stoßen möchte. Ich als Hobbybäcker kenne das Gefühl, wenn man total stolz auf sein Gebäck ist und der Gegenüber will nicht probieren.

Außerdem wäre das Leben langweilig ohne die ein oder andere Sünde. Ich esse auch immernoch ab und zu meinen Kinderriegel. Aber jetzt mit der Ernährungsumstellung mit Verstand und Genuss.

Und so läuft es auch bei anderen „bösen“ Lebensmitteln ab. Trotz meiner Low-Carb-Ernährung gönne ich mir ab und an etwas was nicht auf den Speiseplan passt. Wie Pommes zum Beispiel oder ein Stück Naan-Brot vom Inder. Da habe ich aber immer wieder die BE-Tabelle im Hinterkopf, die mir hilft das Maß der Kohlenhydrate einzuschätzen. So schaffe ich auch meine Ernährung im Griff zu halten ohne total dem Fressflash zu verfallen. Denn für mich ist es keine Crash-Diät sondern eine Lebensform die ich so noch einige Jahre praktizieren werde.

Gab es schon Erfolge?

Also Sinn und Zweck ist es ja meine Diabetes so in den Griff zu bekommen. Und das ist mir ausgezeichnet gelungen. Mein Diabetologe lobt mich immer für die vorbildlichen Werte. Auch meine restlichen Blutwerte haben sich überall verbessert. Auch mein Hausarzt war da positiv überrascht.

Außerdem habe ich festgestellt, dass nun das typische Fresskoma auf der Arbeit ausbleibt. Ich habe dadurch auch weniger Heißhunger und kann beim Thema Hunger allgemein wieder auf meinen Körper hören. Allerdings heißt das auch, dass wenn ich hunger habe, JETZT etwas zu essen brauche. Da kann ich mittlerweile doch etwas garstig werden.

Und das was sicher auch so einige interessiert: Ich habe im ersten Jahr 30 Kilo abgenommen. Im letzten Jahr habe ich das Gewicht „nur“ gehalten. Das liegt wohl unteranderem daran, dass ich wieder mehr unternommen habe, ich war viel über die Wochenenden verreist. Und habe daher auch wieder vermehrt Alkohol getrunken, gefeiert und weniger gekocht. Wir waren unteranderem in einem All-Inclusive-Hotel. Da habe ich mit meinem Freund vereinbart, dass ich in der Zeit Urlaub vom Leben nehme und einfach das esse worauf ich lust habe. Tja die Realität sah so aus, dass ich nach 5 Tagen gerne wieder selber gekocht und gebacken hätte. Nicht weil es nicht geschmeckt hat, sondern weil ich den Drang zu meiner Kohlenhydratarmen Kost hatte. (Und mit Salat macht man mir nicht so die Freude.) Auch die Naschereien hätte ich am liebsten gleich konform nach gebacken. Mal sehen was dieses Jahr so mit sich bringt, denn an erster Stelle steht immernoch den Blutzuckerspiegel im Griff zuhaben und das Leben zu genießen.

Aber trotzdem zeige ich euch nun ein Vorher/Nachher Bild von mir:

 

 

 

Warum eigentlich schwarzgrueneszebra?

Das möchte ich erklären. Ich habe einen kleinen Farben-Tick… Ich trage hauptsächlich schwarze Kleidung mit grünen oder zebra-farbenen Kontrasten. Das habe ich schon etliche Jahre. So, dass es zu einem kleinen Markenzeichen geworden ist.

Als ich mich entschlossen habe den Blog zu führen, habe ich viel über die Namensgebung gedacht. Ich hab mir überlegt ob ich dem Blog irgendetwas „lowcarbiges“ geben sollte. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich doch irgendwie mein eigenes Ding mache. Ich ernähre mich nicht nach der 10% Regel. Bei mir stehen auch mal Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan wie Linsen, Kichererbsen oder Kidney-Bohnen. Und wie ich oben schon geschrieben habe, gibt es bei mir auch mal eine Sünde. Ich möchte nicht alles immer so verbissen sehen. Aber ich will auch Inspirationen für neue Ideen schaffen. Ich will zeigen, dass man vieles auch mit weniger Kohlenhydraten machen kann. Aber ich versuche trotzallem meinen „Wohlfühlweg“ zu gehen ohne starre Regeln.

Außerdem wollte ich noch einen Platz für meine anderen Bilder schaffen, auch wenn ich im Moment hauptsächlich mein Essen fotografiere, gibt es diese kleine Sparte. 🙂

Ich hoffe euch hat meine Geschichte etwas interessiert. Falls ihr dazu Fragen haben solltet, könnt ihr mich gerne Fragen. Ansonsten empfehle ich an dieser Stelle gerne meine ca. 100 Rezepte auf dem Blog.

 

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12 thoughts on “Meine Hintergründe zur Ernährungsumstellung

  1. jetzt weiß ich endlich, wie das schwarzgrüne Zebra entstanden ist! Klasse! Deine Geschichte liest sich gut – zumindest die Entwicklung 🙂 Ich denke, da finden sich ganz viele Leser drin wieder. Und ich finde mich auch wieder bei den Punkten „kein Low Carb Name“ und „es darf auch was gemischtes sein“.
    Schön 🙂 Ich find Dich Klasse!
    Liebe Grüße,
    Sabo

    1. Vielen lieben Dank Sabo, das höre ich natürlich sehr gerne. Und ich lese auch immer wieder gerne von dir. Das ist immer so erfrischend anders. 🙂

      Liebe Grüße
      Diana

  2. Liebe Diana, danke für deinen tollen Bericht. Ich verfolge deinen Blog jetzt schon länger Zeit und liebe deine Rezepte und Ideen. Auch gefallen mir die Fotos deiner Kompositionen sehr gut. Ich habe meine Ernährung im Januar 2015 angefangen umzustellen , ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen. ich habe zwar keinen Diabetes aber Übergewicht welches nicht zuletzt durch Einnahme von Cortison und anderen Medikamenten schlecht in den Griff zu bekommen ist. Auf Grund der MediS hat sich mein Stoffwechsel verändert. Aber ich versuche durch gesunden Umgang mit Lebensmitteln alles in den Griff zu bekommen. Low carb hat mir bisher gut geholfen und ich werde es beibehalten .
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea,

      es freut mich zu hören, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Nur das mit dem Cortison ist leider nicht so schön zu lesen. Durch die drei Monate die ich das Medikament nehmen musste, hatte ich auch sehr mit den Nebenwirkungen zu kämpfen. Aber es ist toll dass dir die Ernährungsumstellung auch dabei hilft es in den Griff zu bekommen. Denoch hoffe ich für dich, dass du das Cortison bald nicht mehr nehmen musst. 🙂

  3. Danke für deine Geschichte!
    Hat mich berührt und ich finde es toll und schön, wie du deinen Weg gefunden hast!
    Ich liebe deine Postings und deine Rezepte! Probierte schon einiges aus und bin sehr dankbar dafür!!!
    Musste meine Ernährung auch ändern!!

    Danke dir!!!
    Liebe Grüße aus Wien
    Bettina

    P.S. Meine Farbe ist schwarz, ohne Zebrastreifen und das schon seit vielen Jahren……

    1. Hallo Bettina,

      die Farbe Schwarz ist halt doch sehr angenehm zu tragen 😉
      Es freut mich, dass dir meine Postings und Rezepte gefallen. Ich werde mir mühe geben, dass dir auch die nächsten Beiträge gefallen.

      Auf ein schlemmen trotz Ernährungsumstellung! 🙂

      Liebe Grüße
      Diana

  4. Hallo, ich würde gerne diesem Blog folgen, finde aber kein Anmeldeformular. Kann ich auf diese Weise die Beiträge zugeschickt bekommen?
    Danke und viele Grüße
    Christel

    1. Hallo Christel,

      bitte verzeih mir, dass ich mich so spät gemeldet habe. Eigentlich wollte ich dir heute meine Newsletter-Option vorstellen, doch leider gibt es noch die ein oder andere Schwierigkeiten. Allerdings kannst du dich schon auf der Startseite dafür anmelden. Sobald alles funktioniert, bekommst du immer eine Info.

      Liebe Grüße
      Diana

  5. Spannender Bericht Zebra, für mich als Krankenschwester und Ernährungsberaterin ein mutiger und beeindruckender Weg.
    Grüße aus Oberbayern von Karola der Herzensköchin

  6. Gut das ich mal deine Geschichte gelesen habe. Dachte anfangs, das ich nur auf einer Low-Carb Seite gelandet bin. Da ich aich Diabetes habe, fühle ich mich hier nun noch sicherer aufgehoben.

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